Was Single-Frauen bei der Partnersuche falsch machen
Immer noch auf der Suche nach dem perfekten Partner?
Buchautorin Lori Gottlieb weiß, warum ...
In "Nimm ihn!: Einen Richtigeren findest du nicht" erklärt
Lori Gottlieb, warum zu hohe Ansprüche der Liebe schaden. Es käme weniger darauf
an, nach dem Traumprinzen zu fahnden. Stattdessen sollten gerade Frauen
überdenken, was wirklich wichtig ist. Die Bestseller-Autorin nennt sieben
Gründe, warum Single-Frauen immer noch allein sind.
1. Wir denken, wir haben ein Recht auf den
Besten:
"Frauen versuchen sich immer gute Ratschläge
zu geben", so Gottlieb. "Wir sagen, 'Du verdienst das, du bist die Größte! Du
bist so ein guter Fang! Jeder Mann würde sich glücklich schätzen!' Männer sagen
sich so etwas nicht. Natürlich sind wir ein guter Fang, aber wir sind eben auch
menschlich und wir sind nicht perfekt und das muss erst einmal jemand bis zum
Ende seines Lebens aushalten. Das vergessen wir gerne. Mein Dating-Trainer
forderte mich auf, alle Gründe zu notieren, warum ein Kerl nicht mit mir
ausgehen wollen könnte. Am Anfang dachte ich, das wird nicht viel sein, weil ich
ja eine so gute Partie bin. Er meinte nur: 'Überleg mal, ob schrullig, lieb und
niedlich auch Attribute sind, die einem auf die Nerven gehen können. Weil er
dich liebt, würde er aber darüber hinwegsehen. Das Gleiche musst du auch tun.
Jeder muss Kompromisse machen.'"
2. Wir denken, wir haben unbegrenzte
Möglichkeiten:
Gottlieb: "Du betrittst einen Laden und du
willst ein bestimmtes Oberteil. Es muss zu einem bestimmten Outfit passen, eine
bestimmte Farbe haben und am besten noch heruntergesetzt sein. Du findest ein
schönes Stück, aber du fragst dich sofort, ob es vielleicht irgendwo da draußen
noch ein besseres geben könnte - also suchst du weiter. Am Ende hast du nach
drei Wochen wahrscheinlich immer noch kein besseres Oberteil gefunden als das
erste. Dasselbe gilt für Männer ... Wenn du überzeugt bist, dass du eine
unendliche Auswahl hast, natürlich suchst du weiter."
3. Wir sind vorverurteilend:
Gottlieb: "Die Männer, die ich für mein Buch interviewed
habe, beschwerten sich darüber, dass Frauen sie so sehr vorverurteilen. Frauen
gaben 300 Gründe an, warum sie mit einem bestimmten Mann kein zweites Treffen
wollten, Männer lediglich drei. Wenn Männer in diesem Stadium ihres Lebens sind,
dann finden sie auch jemanden, der zu ihnen passt - auch, wenn die Person
oberflächlich betrachtet nicht attraktiv ist - vielleicht ist sie nicht so
kultiviert und witzig wie die Ex. Aber was ein Mann in seiner Freundin sehen
will, sieht er eben. Männer analysieren Frauen nicht derart, wie Frauen es mit
Männern machen.
Vielleicht weiß er, dass seine aktuelle Freundin nicht so
heiß ist wie die zuvor, aber das ist okay. Sie ist heiß genug."
4. Wir sind wählerischer als Männer:
"Beim Online-Dating urteilen wir nach
objektiven Kriterien wie Größe, Sportbegeisterung und so weiter", statt zum
Beispiel der subjektiven Anziehung", weiß Gottlieb. " Wenn du ein Profil liest,
sortiere nicht vorschnell aus. Du könntest dich nämlich sicher in einen Mann
verlieben, der Madonna mag. Aber sicher in keinen, der nicht nett ist."
5. Wir suchen nach den Alpha-Männern:
Gottlieb: "In Städten wie New York oder Los Angeles, wo es
viel um Business und Entertainment geht, findet man jede Menge 'Maximierer' -
das sind Leute, die immer auf der Suche nach etwas noch besserem sind. Und 'Maximierer'
daten ausschließlich 'Maximierer'. Die anderen Männer, die vielleicht ein
bisschen kleiner sind, aber mindestens genauso süß und charmant, gehen leer aus.
Dabei sind genau das die Partner, die dich auch mit 35, 45 oder 55 noch
glücklich machen. Der Partykracher dagegen gibt vielleicht keinen so guten
Ehemann ab. Vielleicht ruft er noch nicht einmal zurück. Er ist wahrscheinlich
genauso vorverurteilend und wählerisch wie du - und wer will das schon?"
6. Wir denken, wir lieben uns selbst am
meisten:
"Natürlich brauchen wir nicht unbedingt einen
Mann", sagt Gottlieb. "Aber wenn wir einen wollen, aber mit einer Attitüde von
'am wichtigsten bin aber immer noch ich selbst' (ganz wie Samantha aus Sex and
the City, die sich mit diesen Worten von dem Mann trennte, der ihr durch die
schwere Zeit ihrer Krebserkrankung geholfen hatte), dann kann das nichts werden
mit der Liebe. Eine Beziehung beruht auf Gegenseitigkeit. Also musst du dich
selbst lieben, brauchst aber auch so viel Selbstlosigkeit, um einen anderen zu
lieben. Frauen halten Samanthas Message für kraftvoll. Aber wenn du nicht allein
sein willst, ist es eher eine gefährliche Ansicht."
7. Wir denken, wir müssten ausschließliche
Gemeinsamkeiten haben:
Gottlieb: "Wir sagen, 'Ich schreibe, ich bin
kreativ, aber er liest noch nicht mal ein Buch.' Menschen können aber auf die
verschiedensten Arten kreativ sein. Vielleicht wünscht er sich auch jemanden,
mit dem er besser über das letze Baseball-Match sprechen kann als mit dir. Dein
Mann muss kein Alleskönner sein. Natürlich werdet ihr nicht nur Gemeinsamkeiten
haben. Und das ist völlig in Ordnung. Der einzige gemeinsame Nenner sollte sein:
'Wollen wir das Gleiche vom Leben? Wollen wir heiraten?"