>>0190-Dialer<<
Gesetz gegen Abzocke


Unbemerkt einen Dialer herunterladen, ist ja unmoeglich, dachte sich PC-Praxis-Leserin Anja D. Doch dann kam ploetzlich eine Rechnung ueber etwa 500 Euro von ihrem Telefon-Anbieter "Talkline". Auf Nachfrage stellte sich dann heraus, dass Frau D. sich mehrfach ueber eine 0190er-Nummer ins Internet eingewaehlt hat. Da die rechtliche Situation zurzeit noch vorsieht, dass Anbieter die Gebuehren einfordern koennen, bestand Talkline auf Bezahlung der Gebuehren. Daraufhin erstattete unsere Leserin Anzeige bei der Polizei, wo ihr jedoch mitgeteilt wurde, dass eine Bezahlung der Rechnung wohl unumgaenglich sei. Denn ungluecklicherwiese hat Frau D. aus Angst vor weiteren Dialern die Festplatte formatiert und so in den Augen der Kriminalpolizei moegliche Beweise vernichtet. Da sie die Zahlung trotzdem verweigert hat, ist nun auch der Telefonanschluss gesperrt worden.

Neues Gesetzt gegen 0190-Dialer

Diese und andere Faelle haben letztendlich dafuer gesorgt, dass sich nun auch die Bundesregierung mit dem Thema auseinandergesetzt und eine Aenderung der Telekommunikations-Kunden-Schutzverordnung beschlossen hat. Die Aenderungen sollen noch vor der Bundestagswahl gueltig werden. So muessen von nun an die Netzbetreiber, also in der Regel die Telekom, die Daten der Anbieter der 0190-Nummern an die Betroffenen weitergeben. Von entscheidender Bedeutung ist aber, das der Netzbetreiber bei Missbrauch die Nummer sperren kann. Und da es sich bei Dialern in den haeufigsten Faellen um betruegeriches Ansinnen handelt, wird sich diese Regelung sicherlich positiv fuer den Verbraucherschutz auswirken. Wichtig ist auch die Neuregelung, dass die Anbieter der 0190-Dienste kuenftig verpflichtet werden, ihre Forderungen selbst einzutreiben. Dies bedeutet, dass zahlungsunwilligen Betrugsopfern nicht mehr die Sperrung ihres Telefonanschlusses droht. Entgegen den ersten Eintwuerfen wird allerdings kein Wiederspruchsrecht eingefuehrt, was insbesondere Verbraucherschuetzer ( http://www.vz-nrw.de ) stark kritisieren. Viele unserioese Anbieter werden sicher den Weg vor Gericht scheuen, um ausstehende Zahlungen einzuklagen. Unserer Leserin haetten die Veraenderungen den Vorteil gebracht, dass zumindest ihr Telefon nich abgeschaltet worden waere. Trotz der Verbesserungen durch die neue Verordnung sollten Sie auf jeden Fall Anti-Dialer-Programme, wie etwa den 0190warner ( http://www.wt-rate.com ) verwenden. Eine grosse Sammlung der besten Anti-0190-Tools erwarten Sie auf der Praxis-CD der Ausgabe 10/2002.

Original Artikel (jf) PC Pr@xis 9/2002 Seite 25

Anmerkung des Webmsters: Ich persoehnlich rate jedem, der lieber auf Nummer "Sicher" gehen, und sich nicht nur auf die Anit-0190-Tools verlassen will, eine feste 0190-Nummern-Sperre einrichten zu lassen. Das wird bei der Telekom gemacht und kostet einmalig (fuer die Einrichtung) ca. 9.- Euro. Damit kann man dann zwar ueberhaupt keine Nummern mehr anrufen die mit 0190 beginnen, aber wer braucht die schon. Da heute aber fast jeder ueber ein Handy verfuegt, kann man im "Notfall" auch das dazu verwenden um eine 0190-Nummer zu waehlen. Auf jeden Fall ist man bei einer festen Sperre besser dran wie mit den Anti-0190-Tools, da bei einer festen Sperre ueberhaupt keine 0190-Verbindung mehr zustande kommen. Damit faellt auch das Problem mit der zu hoehen Telefonrechnung wegen der 0190-Nummern weg.